Ostermünchner Judoka in Japan

Japan ist nicht nur wegen der vielen Inseln, seinem außergewöhnlichen Essen oder der hohen Bevölkerungsdichte bekannt, sondern auch für einen Sport, den wir hier - in unserem schönen, ländlichen Ostermünchen - seit nunmehr über 25 Jahren praktizieren: Judo.

Als unsere Ostermünchner Judoka Elisabeth und Anamaria auf den Wettbewerb "Throw to Tokyo" aufmerksam wurden, wussten sie, dass dies eine absolut einmalige Chance war. Ein Gewinn, der für Judo-Liebhaber mehr bedeutet als Geld. 

Throw to Tokoyo war eine unglaubliche Aktion der "International Judo Federation" (kurz IJF). In verschiedenen Kategorien (Technique, Creativity, Superhuman, Beauty, Humour) maßen sich weltweit viele Interessenten. Der Preis: eine einwöchige Reise zu den World Judo Championships in Tokio.

Schnell war der Entschluss gefasst: die beiden Ostermünchnerinnen  wollten sich mit einem Video in der Kategorie “Creativity” bewerben. Mit ihrem Beitrag fanden sie nicht nur bei Freunden und Familie Zustimmung, sondern konnten wirklich gewinnen!

Eine aufregende Reise für unsere beiden. Natürlich standen Anamaria und Elisabeth uns nach ihrem Trip nach Tokio Rede und Antwort. Lest hier das Interview, das uns ein Stück weit in die aufregende Reise nach Japan eintauchen lässt.

Konnichiwa Anamaria und Elisabeth - ihr seit nun schon lange dabei im Sport - egal ob früher selbst als kleiner Judoka, später dann als Trainer oder sogar Organisator - ihr liebt diesen Sport. Wie kam es zur Teilnahme?

Auf der IJF-Homepage entdeckten wir den Wettbewerb „Throw to Tokyo“. Ohne lange zu überlegen studierten wir gemeinsam eine Choreografie ein. Das gefilmte Video haben wir anschließend auf die IJF-Webseite hochgeladen. Via Facebook konnten somit alle Leute für unser Video Fluorescent Judo by night abstimmen. Dank der großen Unterstützung haben wir den Preis letztlich auch gewonnen.

Habt ihr euch Chancen ausgerechnet, die Reise zum "World Judo Championships Tokyo" zu gewinnen?

Wir waren optimistisch, sonst hätten wir es ja nicht versucht - aber nicht vollends überzeugt. Immerhin waren wir ja bei Weitem nicht die einzigen, die so eine Reise gewinnen wollten. So oder so hatten wir großes Glück diese Reise nach Tokio antreten zu dürfen. .

Kulinarisch ist Japan sicherlich ein empfehlenswertes Land mit vielen Speisen, die man hier in Europa nicht alle Tage zu sehen bekommt. Was hat Dir am besten geschmeckt?

Am besten hat uns das original, japanische Sushi geschmeckt. 

Welche Kämpfe haben euch besonders gut gefallen?

Abe Uta gegen Kelmendi Majlinda -52kg und das Teamwettkampf-Finale Japan gegen Frankreich. 

Und hat man sich gut um euch gekümmert?

Absolut. Wir wurden in einem richtig noblen Hotel untergebracht, von dem aus wir einen herrlichen Panoramablick über die Stadt hatten. Zudem lag das Hotel direkt neben der WM-Kampfarena. Innerhalb der Kampfhalle durften wir den VIP-Bereich nutzen und kamen mit vielen Kämpferinnen und Kämpfern, aber auch Nationaltrainern und führenden Funktionären des Judoverbands in Kontakt. So kam es dazu, dass sich unsere Japanflagge schnell mit Autogrammen der Kämpferinnen und Kämpfer füllte - eine tolle Erinnerung für zuahuse.

Habt ihr Empfehlungen? Irgendetwas das man in Japan sehen MUSS?

Wir machten beispielsweise eine Sightseeingtour durch verschiedene Stadtviertel. Die Unterschiede waren enorm - es gab einfach so viel zu entdecken!

Eins konnten wir uns nicht entgehen lassen: den Kodokan - die älteste Judoschule der Welt. Das Museum gab viele Einblicke in die für uns relativ unbekannte Kultur. Und das beste daran war: wir durften sogar mit der deutschen Nationalmannschaft trainieren!

Es ist einfach eine wunderbare Stadt mit all ihren Gepflogenheiten, Sehenswürdigkeiten und den vielen Menschen. Wir empfehlen jedem einmal nach Japan zu reisen. 

Wie war das Turnier aufgebaut? Wie war der Ablauf und wie hat sich Deutschland geschlagen?

Es kämpfte täglich eine andere Gewichtsklasse - mit einem Finale am Abend. Bei 828 Teilnehmer aus 143 verschiedenen Ländern, gab es immer etwas zu erleben - langweilig wurde es da wirklich nie. 

Letztlich konnten sich 22 Nationen eine Medaille ergattern - so auch Deutschland (Martyna Trajdos in der Gewichtsklasse -63 kg).

Hattet ihr einen Favoriten / eine Favoritin?

Ja, absolut. Daria Bilodid und Abe Hifumi.

Habt ihr alte Bekannte getroffen - falls ja, wen?

Ja, zum Beispiel den ehemaligen Ostermünchner Judotrainer Teo Pop, der jetzt erfolgreicher und schwer beschäftigter Manager des IJF ist. Außerdem noch Udo Quellmalz und auch den DJB Präsidenten Peter Frese, mit dem wir ein Interview über die gewonnene Reise machen durften.

Elisabeth, Ich nehme an es war Dein erster Flug nach Tokio. Was hast Du Dir angesehen und wie hat es Dir gefallen?

Ja, der Flug nach Tokio war bisher mein längster mit etwa 12 Stunden. Die Reise war für mich ein unglaubliches Erlebnis, mit sehr vielen neuen Eindrücken.

Neben der Abteilung Budo - in der Du seit diesem Jahr auch in der Abteilungsleitung sitzt - bist Du auch noch im Spielmannszug Beyharting aktiv. Wie schaffst Du das Ganze zeitlich überhaupt?

Ich versuche alles bestmöglichst zu organisieren, da mir jede meiner Aktivitäten sehr wichtig ist und Spaß macht.

Anamaria, für Dich war es zwar nicht der erste Besuch auf einem internationalen Turnier - sowohl als Teilnehmerin als auch als Besucherin warst Du bereits mehrfach vertreten - trotzdem würde uns alle interessieren wie es Dir in Tokio gefallen hat?

Es war schon immer mein Traum nach Tokyo in das Judo-Mutterland fliegen zu dürfen. Der Aufenthalt hat mir sehr gut gefallen und ich werde diese Erfahrung sicherlich nie vergessen. 

Du bist ein alter Hase im Judosport. Schon im Jahr 2005 hast Du in Oradea (Rumänien) den 1. Platz bei der Landesmeisterschaft gewonnen. Was hat sich seitdem im Sport verändert?

Grundsätzlich ist Judo immer noch wie früher, nur das sich die Regeln etwas verändert haben.Heutzutage ist Judo einfach viel bekannter und attraktiver.

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Diese Reise ist nun zu Ende - was bleibt, ist eine Erfahrung die die beiden wohl nie vergessen werden. Zum ersten Training nach diesem Erlebnis brachten Anamaria und Elisabeth uns und ihren Judo-Schülern einiges mit: viele Erzählungen, Fotos, aber auch japanische Süßigkeiten und einen Fächer für jeden ihrer Schützlinge. 

Das nächste große Judo-Event sind die Olympischen Spiele 2020 welche auch in Tokyo stattfinden werden. Vielleicht auch wieder mit unseren beiden Jetsettern.